Wissenschaftsunterstützendes Personal: Arbeit im "Schatten"

Dienstleistungsarbeit verändert sich rapide – auch für Beschäftigte unterhalb der akademischen Ebene an Universitäten und Hochschulen. Sekretärinnen sind längst keine Schreibkräfte mehr, sondern an der Schnittstelle zwischen Professoren, wissenschaftlichen Mitarbeitern, Studierenden und Verwaltung für so ziemlich alles zuständig. Hausmeister sind Allround-Servicetechniker, die die technische Infrastruktur im Blick haben müssen und Aufträge an Fremdfirmen vergeben. Doch weiterhin mangelt es an Anerkennung und Wertschätzung auch in Form einer angemessenen Bezahlung.

Im „Böckler Impuls“,  Ausgabe 16/2017 werden die zentralen Ergebnisse der dazu erschienenen von Ulf Banscherus u.a. widergegeben:

https://www.boeckler.de/111181_111186.htm

Ulf Banscherus u.a.: Wandel der Arbeit in wissenschaftsunterstützenden Bereichen an Hochschulen, Study der Hans-Böckler-Stiftung Nr. 362, im Erscheinen

Tagung Digitaler Kapitalismus

Am 2. und 3 November veranstaltet die Friedrich-Ebert-Stiftung eine  Tagung zum digitalen Kapitalismus. Damit stellt sie das häufig nur technisch gesehene Thema "Digitalisierung" in einen gesellschaftspolitischen Zusammenhang. Fragen sind,

  • ob der Kapitalismus  eine Revolution erlebt oder nur einen neuen Anstrich bekommt
  • ob der digitale Wandel Wohlstand und Teilhabe für alle oder Ungleichheit und soziale Verwerfungen bedeutet
  • und was die Politik tun muss, um den digitalen Kapitalismus so zu gestalten, dass er sozialen Fortschritt bringt

Allein 3 der 13 Workshops befassen sich mit dem Thema Arbeit. Zum einen die Frage des Zusammenhangs von Digitalisierung und Produktivität, dann die Frage nach der Beziehung von Digitalisierung und Mitbestimung sowie als drittes die "neuen Tagelöhner", die im Zusammenhang mit der Digitalisierung entstehen und die Organisation in Gewerkschaften.

Übersicht und Anmeldung auf: https://www.fes.de/de/digitalcapitalism/

.

Dienstleistungen -Produktivität - Digitalisierung

Unter dem Titel „Produktivitätsschwache Dienstleistungen“ greifen Beckmann und Oerder in WISOdirekt 29/2017 die Diskussionen aus dem Ver.di/FES Arbeitskreis Dienstleistungen auf. Sie betrachten dabei auch die Folgen der Digitalisierung auf Dienstleistungen und Produktivität und schliessen sich dabei der These von Brödner an, dass es zu einem Produktivitätswachstum nur dann kommt, wenn technische und arbeitsorganisatorische Innovation zusammenwirken. Beckmann und Oerder favorisieren ein neues Produktivitätskonzept, das aus drei Dimensionen besteht: die monetär gemessene Produktivität, die Dienstleistungs- und die Arbeitsqualität. Allerdings konstantieren die Autoren selbst, das solche Modelle nicht geeignet sind, gesamtwirtschaftliche Produktivität zu messen.

Beckmann und Oerder betrachten die Lösung des Produktivitätsdilemmas noch sehr optimistisch. Wenn man Djellal  und Gallouj (2008) folgt, gibt es vielleicht gar keine einheitlichen Produktivitätsmessungen, sondern mehrere „Welten“, in denen Produktivität unterschiedlich bestimmt wird:

  • Die (im angelsächsischen Sinn) industrielle und technische „Welt“: Output-Faktoren sind durch Volumen gekennzeichnet.
  • Die Finanz„welt“ mit den finanziellen Transaktionen und Werten
  • Die private (relational or domestic) „Welt“. Es geht um Empathie und zwischen-menschliche Beziehungen.
  • Die Zivil„welt“. Gerechtigkeit, Fairness und Gleichbehandlung bestimmen Produktivität.
  • Die „Welt“ der Innovation, in der Inspiration und Kreativität gelten
  • Die „Welt“ der Reputation. Dort ist Markenimage produktivitätsprägend.

Auch die Autoren sind frustriert über die Produktivitätsprobleme; denn ihrer Ansicht nach „suggerieren >Produktivitätskonzepte< eine Objektivität der Leistungsbewertung, die sie nicht einhalten können“. Zum Schluss machen sie dann auch noch einmal deutlich, dass Produktivitätskonzepte auf unternehmerischer Ebene „ viel mehr von Faktoren wie der Macht der Gewerkschaften oder dem Ausmass der Arbeitsmarktregulierung ab<hängt>“

Der Artikel findet sich: http://library.fes.de/pdf-files/wiso/13734.pdf

German Robots – The Impact of Industrial Robots on Workers

Neu in unserer Reihe „IAB-Discussion Paper“

IAB-Discussion Paper 30/2017: German Robots – The Impact of Industrial 
    Robots on Workers
    (von Wolfgang Dauth, Sebastian Findeisen, Jens Südekum und Nicole Wößner)

Wir untersuchen die Auswirkungen des Einsatzes von Industrierobotern auf die 
Erwerbsverläufe einzelner Beschäftigter im verarbeitenden Gewerbe, sowie die 
Auswirkungen auf lokale Arbeitsmärkte in Deutschland. Wir finden keine 
Anhaltspunkte dafür, dass Roboter insgesamt zu Jobverlusten führen, allerdings 
verändern sie die Struktur der Gesamtbeschäftigung. Jeder Roboter verdrängt 
zwei Jobs im verarbeitenden Gewerbe. Damit tragen Roboter mit etwa 275.000 Jobs 
zu nahezu 23 Prozent des gesamten Rückgangs der Beschäftigung in diesem Sektor 
bei. 
Abstract und kostenlosen Volltext-Download finden Sie unter:

http://www.iab.de/183/section.aspx/Publikation/k170928j05

Kopiert aus:

IAB-Newsletter Nr. 19/2017 vom 06.10.2017
 

Kontakte zur Redaktion

Hinweise und Hilfen

Impressum

LegetøjBabytilbehørLegetøj og Børnetøj