Tagung zu Arbeit in digitalen Zeiten, 9. Mai 2019

"Save the Date: Tagung zum Thema "Gestaltwandel von Arbeit - Wandel von Arbeit gestalten: Umbrüche, Instrumente und Akteure in digitalen Zeiten", 9. Mai 2019, 9.00-19.00 Uhr, Townhouse Düsseldorf

Die fortschreitende Digitalisierung erfasst längst die Arbeitswelt und forciert dabei einen Gestaltwandel von Arbeit, der sich gegenwärtig nicht abschließend benennen lässt. Einigkeit besteht weitgehend darüber, dass Digitalisierung von Arbeitskontexten gestaltet werden muss und gestaltet wird. Angesichts der veränderten und sich verändernden sozialpartnerschaftlichen Beziehungen stellen sich Fragen nach passenden Instrumenten für die (Mit)Gestaltung der vielfältigen Entwicklungen sowie nach der Bedeutung und den Aufgaben unterschiedlicher Akteure in diesem Prozess. Im Rahmen der Tagung sollen daher zum einen aktuelle Umbrüche in der Arbeitswelt identifiziert und zum anderen Bedarfe und Potenziale für die Gestaltung von Arbeit in Zeiten fortschreitender Digitalisierungsprozesse ausgelotet werden.

Am Vormittag werden wir uns im Rahmen der Keynotes von Prof. Dr. Sabine Pfeiffer und Prof. Dr. Anke Hassel mit den Umbrüchen in der Arbeitswelt befassen. Den Nachmittag möchten wir nutzen, um Ergebnisse aus aktueller Forschung im Kontext des Netzwerks Arbeitsforschung NRW und des FGW vorzustellen und Instrumente zu einer (Mit)Gestaltung der Veränderungsprozesse zu präsentieren. Abschließend sollen im Rahmen einer Podiumsdiskussion die Möglichkeiten, Verantwortlichkeiten und Perspektiven unterschiedlicher Akteure mit Vertreter_innen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft diskutiert werden."

Quelle: Newsletter des FGW Forschungsinstitut für gesellschaftliche Weiterentwicklung (e.V.) vom 07.01.2019

Link: www.fgw-nrw.de

 

Polarisierung 4.0

Technischer Fortschritt bewirkt Veränderung - in der Arbeitswelt wird dies besonders spürbar werden. Es entstehen neue Anforderungen, Arbeitsprozesse werden umgestaltet, neue Kompetenzen werden benötigt. Neue Arbeitsplätze werden entstehen, andere werden wegfallen.

Um zu wissen, welche Arbeitsplätze dies sein werden und welche Kompetenzen hierfür erforderlich sein werden, sind schon jetzt die richtigen Weichen zu stellen. Hier setzte das Projekt "Polarisierung 4.0" an, welches am 01.11.2015 unter Leitung des Bundesinstituts für berufliche Bildung (BIBB) startete und vom BMBF finanziert wurde.

Im Projekt selber und in angrenzenden Forschungsbereichen entstanden eine Reihe interessanter Dokumente, die über die BIBB-Homepage abrufbar sind, hier die Links:

https://www2.bibb.de/bibbtools/tools/dapro/data/documents/verweise/so_78154%20Arbeitsheft-zi-tp.pdf

https://www.bibb.de/dokumente/pdf/a2qualipanel-2017-digitalisierungsprozesse-ausbildungsbeteiligung-fachkraefterekrutierung.pdf

https://kongress2018.bibb.de/wp-content/uploads/2018/09/BIBB-Kongress2018_Print-Dokumentation_BITV.pdf

https://kongress2018.bibb.de/kongress/online-dokumentation/

https://www.bibb.de/dokumente/pdf/a2qualipanel-2016-digitalisierungsprozesse-in-der-wirtschaft.pdf

https://www.bibb.de/de/65876.php

https://www.bibb.de/de/54819.php

https://www.bibb.de/de/pressemitteilung_77200.php

https://www.bibb.de/veroeffentlichungen/de/publication/show/9223

 

 

GFA-Frühjahrstagung 2019 mit einem Blick auf Wissensintensive Dienstleistungen

Die einen bezeichnen es als Sachbearbeitung, die anderen als indirekte Tätigkeiten, für viele ist es einfach Bürokratie, und die, die es Dokumentation nennen, meinen, es gehöre abgeschafft. Es ist die Rede von wissensintensiven Dienstleistungen. Martin Baethge hat den Umgang mit Dingen, mit Menschen und mit Wissen als Gliederungsschema für Dienstleistungen formuliert. Zum Umgang mit Dingen gehört in der Dienstleistungswirtschaft die Logistik, zum Umgang mit Menschen die Personenbezogenen Dienstleistungen mit der Interaktionsarbeit und zum Umgang mit Wissen die Wissensintensiven Dienstleistungen mit der Wissensarbeit. Eine konsensfähige wissenschaftliche Definition und empirische Abgrenzung Wissensintensiver Dienstleistungen existieren noch nicht. Eine – auch für die Arbeitswissenschaft tragfähige Annäherung – besteht darin, vom Arbeitsgegenstand also von der Verarbeitung und Produktion von Wissen auszugehen.

Die Digitalisierung hat bei der Gestaltung Wissensintensiver Dienstleistungen schon heute zu neuen Herausforderungen geführt. Die Nutzung der „Künstlichen Intelligenz“ wird zu einem weiteren Veränderungsschub bei den Dienstleistungen und der Wissensarbeit führen. Wir müssen dahinkommen, Beiträge zu einem „High-Road-Szenario“ Wissensintensiver Dienstleistungen und Guter Wissensarbeit auf den Weg zu bringen. Ein wichtiger Schritt dabei ist, die arbeitswissenschaftlichen Gestaltungsansätze für diesen wichtigen Bereich in einer interdisziplinären Zusammenarbeit zu konkretisieren und weiterzuentwickeln. Denn sonst gelangen wir zu hocharbeitsteiligen Arbeitsaufgaben mit unerträglichen Arbeitsbedingungen. Sowohl die wirtschaftswissenschaftliche Sicht auf Services als Gegensatz zu Produkten und die informationstechnische Sicht auf Services als softwarebasierte Dienste, werden ohne Kooperation mir der Arbeitswissenschaft nicht unbedingt zu Guter Arbeit gelangen.

Doch warum ist die altertümliche Sicht als „Sachbearbeitung“ oder als „indirekte Tätigkeiten“ so gefährlich? Es geht um einen ähnlichen Fehler wie vor ca. 20 Jahren, als man GOOGLE als Suchmaschine sah und den Zusatznutzen der Nutzerdaten in Deutschland nicht gesehen hat. Auch die Wissensintensiven Dienstleistungen sind eine "Co-Creation of Value" (zwischen Nachfrager und Anbieter) und haben einen eigenständigen Wert. Wer einmal in Griechenland mit Grundstücksangelegenheiten beschäftigt war, wird nie mehr etwas gegen ein Katasteramt sagen. Wer weiss, dass die VW-Bank eine der größten Online-Banken in Europa ist, wird ihre Dienstleistungen nicht mehr als indirekte Tätigkeiten bezeichnen. Wer Kooperation zwischen unterschiedlichen Ärzten will, muss sich auf eine brauchbare Dokumentation einigen. Kurz Wissensintensive Dienstleistungen erbringen Zusatznutzen in den Services, die nicht zu vernachlässigen sind.

Wir wissen recht wenig über die Beschäftigungseffekte der Digitalen Transformation im Rahmen der Wissensintensiven Dienstleistungen. Denn die Aussagen zu Beschäftigungseffekten im Rahmen der digitalen Transformationen werden zumeist an der volkswirtschaftlichen Kategorisierung festgemacht (z.B. Verarbeitendes Gewerbe, Dienstleistungssektor). Eher arbeitsorientierte Kategorien wie der Einfluss auf Interaktionsarbeit oder Wissensarbeit sind selten. Deshalb brauchen wir Ansätze, die die quantitativen und qualitativen Effekte auf die verschiedenen Tätigkeiten und Beschäftigtengruppen in der Sachbearbeitung darstellen., übergreifend über die üblichen Kategorien. Dies kann als Grundlage für die Entwicklung von Konzepten für eine gute Arbeitsgestaltung unter den Bedingungen KI-induzierter Automatisierung dienen.

Denn ein wichtiges Element bei der Gestaltung der Wissensarbeit der Zukunft ist eine Vorstellung, wie die Zukunft der Wissensarbeit aussehen könnte, also nicht nur eine abwehrende oder schützende Strategie gegen laufende Entwicklungen, sondern eine Zielvorstellung. Dabei muss man auch den Blick auf divergierende Interessenkonstellationen und Machtbalancen richten. Perspektivenvielfalt ist zu gewährleisten, ohne dabei jedoch zentrale Werte-Orientierungen aus dem Auge zu verlieren.

Alles dies wird Thema des Workshops „Künstliche Intelligenz“ auf der Frühjahrstagung 2019 der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft sein. Der Workshop wird von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft gestaltet und moderiert. Der 65. Frühjahrskongress findet vom findet vom 7.2. bis 1.3.2019 im DGUV Congress - Tagungszentrum des Instituts Arbeit und Gesundheit (IAG) in Dresden statt. Weitere Einzelheiten : http://gfa2019.de/

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