BalanceGuard - Digitales Beanspruchungsmonitoring für gesunde Arbeit

Christiane Geighardt-Knollmann (LIA.nrw)

59% der abhängig Beschäftigten in NRW haben neben dem Beruf weitere Verpflichtungen. Etwa 31% müssen Kinder bzw. Jugendliche betreuen, 12% sind für die Betreuung pflegebedürftiger Personen zuständig.[1]Die Mehrzahl der Beschäftigten steht also vor der Herausforderung, private Verpflichtungen mit der Erwerbsarbeit zu vereinbaren.Um siedabei zu unterstützen, entwickelt und erprobt das BMBF-Verbundprojekt „BalanceGuard“ein webbasiertes Tool zum Selbstmonitoring von Stressfaktoren und Ressourcen im Zeitverlauf sowie begleitende Informations- und Beratungsangebote (www.balanceguard.de).

Das webbasierte Tool ermöglicht Beschäftigten, ihre Stressoren, ihre Ressourcen und ihre Beanspruchung ganzheitlich und kontinuierlich zu erfassen. Es meldet den Nutzerinnen und Nutzern Verläufe und Zusammenhänge dieser Parameterunmittelbar zurück, gibtihnen individuelle Empfehlungen zur Reduzierung von Stressfaktoren und zum Ressourcenaufbau im Arbeits- und Privatleben, verweist auf Einfluss- und Beratungsmöglichkeiten und stärkt so ihre Gesundheitskompetenz.

Die Analyse der aggregierten Befragungsdaten gibt Unternehmen wichtige Gestaltungshinweise und ermöglicht ihnen, zielgerichtete Präventionsstrategien und -angebote zu entwickeln und umzusetzen. Dabei werden die Daten so zusammengefasst, dass keine Rückschlüsse auf einzelne Beschäftigte möglich sind. Interessante wissenschaftliche Erkenntnisse zur Dynamik von Belastungs- und Beanspruchungssituationen, zu kumulativen Effekten von Belastungen sowie zu Wirkungszusammenhängen zwischen Ressourcen und Stressoren verspricht die Analyse der Längsschnittdaten.

Das System BalanceGuard wird in engem Austausch mit Beschäftigten und betrieblichen Interessenvertretungen sowie unter Berücksichtigung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen inhaltlich und technisch entwickelt und erprobt.

Das Projekt wird bis 2019 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut. Esbefindet sich aktuell in der Pilotphase.Ein erster Prototyp des Tools wurde auf der Meilensteintagung des Projektes in Koblenz am 26. September 2017 vorgestellt.

Projektpartner im Verbund sind der Caritasverband Hannover e.V., die CompuGroup Medical Deutschland AG, Geschäftsbereich CGM HSM, die DAA Ostwestfalen-Lippe, das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung Nordrhein-Westfalen (LIA.nrw) sowie die Manpower GmbH & Co. KG Personaldienstleistungen.

 

[1] Diese Zahlen stammen aus der LIA-Beschäftigtenbefragung 2013 (https://www.lia.nrw.de/statistiken_und_studien/befragungsstudien/index.html)

 

Anmerkungen der Redaktion: Link zu den Vorträge zur Meilenstein Präsentation 2017:

 

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