Kurzdarstellung Förderprogramm Balance

BMBF-Förderschwerpunkt „Balance von Flexibilität und Stabilität
in einer sich wandelnden Arbeitswelt“

 

 

Ziele des Förderschwerpunkts „Balance von Flexibilität und Stabilität in einer sich wandelnden Arbeitswelt“ (2010-2013)

 

Das BMBF fördert gegenwärtig mit dem Programm „Arbeiten - Lernen - Kompetenzen entwickeln. Innovationsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt“ Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Stärkung der Innovationspotenziale in Deutschland. Durch eine systematische Verknüpfung von Personal-, Organisations- und Kompetenzentwicklung sollen Unternehmen und Beschäftigte besser in die Lage versetzt werden, Innovationen herbeizuführen und die dazu erforderlichen Veränderungen erfolgreich zu gestalten. Damit wendet sich das Programm den „weichen“ Faktoren im Innovationsprozess zu.

Mit dem 2013 abgeschlossenen Förderschwerpunkt „Balance von Flexibilität und Stabilität in einer sich wandelnden Arbeitswelt“ wurden wichtige Programmziele weiter konkretisiert. Angesichts der hohen Wettbewerbsintensität im (globalisierten) Markt, der Diffusion neuer Technologien sowie der sozialen und demografischen Entwicklung in der Gesellschaft steigt der Veränderungsdruck für Unternehmen. Zusätzlich verstärken veränderte Bedingungen auf den Kapitalmärkten in allen modernen Gesellschaften die Notwendigkeit, die Anpassungsfähigkeit ihrer Produktions- und Dienstleistungsprozesse zu erhöhen. Als zentrale Voraussetzung für die Bewältigung dieses Strukturwandels, für Wirtschaftswachstum und für den Abbau von Arbeitslosigkeit gilt Flexibilität. Gleichzeitig steht dieser Notwendigkeit von Veränderungen das Bedürfnis von Menschen und Organisationen nach Verlässlichkeit und Stabilität gegenüber. Insgesamt geht es um eine gesellschaftliche Kultur der Veränderungsfähigkeit ebenso wie um individuelle Einstellungen und Unternehmenskulturen. Welche Merkmale derartige "Veränderungskulturen" ausmachen, wurde zum Zeitpunkt der Bekanntmachung (2009)als noch nicht hinreichend erforscht betrachtet. Entsprechend sollte die Förderbekanntmachung ausloten, welche Chancen und Risiken sich in der modernen Arbeitswelt beim Ausbalancieren der Ambivalenz zwischen Stabilität und Flexibilität zur Förderung von Innovationsfähigkeit nutzen lassen.

 

Für die Arbeitsforschung standen dabei vor allem drei Entwicklungslinien im Mittelpunkt, die Unternehmen und deren Organisation sowie die Beschäftigten und deren Arbeitsbedingungen gleichermaßen betreffen:

  • Zunehmende Rationalisierung, Einführung neuer Produktionskonzepte, Dezentralisierung, Vermarktlichung, Internationalisierung und das schnelle "Verfallsdatum" von Wissen führen zu tief greifenden Veränderungen in den Unternehmensstrukturen und werden von geänderten Arbeitsformen und -bedingungen begleitet.
  • Zunehmende Verbreitung neuer Beschäftigungsverhältnisse „destandardisiert“ die Erwerbsarbeit. Sie geht mit einem tendenziell sinkenden Anteil an Vollzeitbeschäftigung einher. Im Zuge dieser Entwicklung werden gleichzeitig neue leistungsorientierte Konzepte der indirekten Steuerung beispielsweise durch Zielvereinbarungen, neue Entlohnungsformen und Selbstorganisation durchgesetzt.
  • Auch bei der Vollzeitbeschäftigung ist eine zunehmende Flexibilisierung von Arbeitszeit, Qualifikationsanforderungen, Arbeitsort, Entlohnung, Erwerbsbiographie etc. festzustellen.

Trotz der gegenwärtig besonders betonten Rolle von Flexibilität in der Wettbewerbs- und Standortdiskussion ist Stabilität ein bedeutendes und wesentlich weniger erforschtes Element im Innovationsprozess. Auch dies betrifft die Unternehmen und die Beschäftigten gleichermaßen: Denn ohne ein Mindestmaß an Stabilität sind weder Arbeitsplatzsicherheit, planbare Erwerbsbiographien noch Kundenbindung, Einzigartigkeit, Personal- und Organisationsentwicklung etc. möglich. Es geht also um eine Balance zwischen Flexibilität und Stabilität, aus der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit entstehen.

 

Aufgabe der Forschung und Entwicklung war es, in Verbundvorhaben Widersprüche in diesem Prozess aufzudecken sowie Theorien, Modelle und Konzepte zu entwickeln, die Innovationsfähigkeit durch eine Balance zwischen Flexibilität und Stabilität schaffen. Die Umsetzung derartiger Konzepte in Unternehmen und Arbeitsprozessen wurde dabei nicht nur als eine Aufgabe der Arbeitsgestaltung, sondern ebenso als eine Aufgabe der Personal-, Organisations- und Kompetenzentwicklung betrachtet.

 

Die Verbundprojekte wurden den folgenden Fokusgruppen zugeordnet:

 

  • Interne und externe Vertrauensbeziehungen (5 Verbundprojekte)

 

  • Vertrauen in Innovationsprozessen (6 Verbundprojekte)

 

  • Flexibilisierungsstrategien für Produktionssysteme (6 Verbundprojekte)

 

  • Veränderungsprozesse gestalten – Vertrauen fördern (5 Verbundprojekte)

 

  • Inner- und überbetriebliche Kooperationsstrategien (5 Verbundprojekte)

 

  • Zukunftsorientierte Arbeitszeitformen (4 Verbundprojekte)

 

  • Arbeits- und Beschäftigungsformen im Wandel (4 Verbundprojekte)

 

  • Work-Life-Balance (4 Verbundprojekte)

 

 

 

Hinzu kamen ein wissenschaftliches Begleitvorhaben („Metaprojekt“) mit dem Titel „BALANCE – Flexibilität und Stabilität in der Forschungswelt“ und eine Untersuchung mit dem Titel „M.I.N.O. – Matching von Innovations­fähigkeit und nachhaltigen Organisationsmodellen“.

 

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