Forschung für Dienstleistungen:Kurzbeschreibung der Fördermaßnahmen

„Forschung für Dienstleistung“ (http://www.pt-ad.pt-dlr.de/de/707.php)

 

1)            Smart Service Stadt

Hintergrund

Die Bekanntmachung "Smart Service Stadt: Dienstleistungsinnovationen für die Stadt von morgen" erfolgt auf der Grundlage des Forschungsprogramms "Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen", mit dem die Bundesregierung das übergeordnete Ziel verfolgt, die Wertschöpfung durch Produktion und Dienstleistung zu stärken. Hierin liegen Innovationspotenziale für Wachstum und zusätzliche qualifizierte Beschäftigung. Die Bekanntmachung ist auch ein Beitrag zur Umsetzung der Forschungs- und Innovationsagenda der Nationalen Plattform Zukunftsstadt für die nachhaltige Stadtentwicklung. Sie erfolgt im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2015 "Zukunftsstadt". Mit dieser Förderrichtlinie zur dienstleistungsbasierten Gestaltung unserer Städte strebt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Förderung von FuE für die nachhaltige Sicherung der Lebens-, Arbeits- und Aufenthaltsqualität von Städten an. Diese Bekanntmachung steht im Kontext der Forschungs- und Innovationsagenda der Nationalen Plattform Zukunftsstadt.

 

Ziele

Es sollen Vorhaben gefördert werden, die die Möglichkeiten der Forschung für Dienstleistung nutzen, um die Entwicklung, Erbringung und Erprobung von Dienstleistung im Kontext der Bedarfe der Städte nachhaltig zu verändern und zu verbessern. Es sollen urbane gesellschaftliche und wirtschaftliche Stakeholder dabei unterstützt werden, Dienstleistung methodisch zu entwickeln, Test und Simulation zu ermöglichen, effizient zu erstellen und ihren Nutzen für Wirtschaft und Menschen zu optimieren.
Drei Handlungsfelder sind vorgesehen:

  • Urbane Dienstleistungssysteme integrieren
  • Urbane Ko-Produktion und Ko-Kreation von Dienstleistung
  • Datenbasierte Dienstleistung und Engineering von Dienstleistung für die Stadt der Zukunft

 

Verfahren

Bis zum 30.Oktober 2015 konnten Skizzen eingereicht werden. Die Ergebnisse der Bewertung und der Begutachtung sowie die Auswahl der zu fördernden Skizzen durch das BMBF werden voraussichtlich im März 2016 abgeschlossen sein. Es gilt die veröffentlichte Fassung der Bekanntmachung im Bundesanzeiger.

 

2)            Dienstleistungsinnovation durch Digitalisierung

Hintergrund

Zur Eröffnung der Tagung "Dienstleistung in der digitalen Gesellschaft" hat Bundesforschungsministerin Wanka die Förderrichtlinie "Dienstleistungsinnovationen durch Digitalisierung" angekündigt. Die Bekanntmachung erfolgt zur Umsetzung der Hightech-Strategie 2020 der Bundesregierung im Rahmen des "Aktionsplans Dienstleistung 2010" und erschien im Bundesanzeiger mit Datum 27. Mai 2014. Mit der Bekanntmachung wird die Bedeutung der Digitalisierung für Dienstleistung wirkungsvoll unterstrichen. Ausgehend von den Bedarfen der Wirtschaft und der Gesellschaft kann die Forschung für Dienstleistung einen originären und weithin sichtbaren Beitrag zur Sicherung und Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft leisten.

 

Ziel

In der Bekanntmachung heißt es:
"Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beabsichtigt, die Forschung zur Dienstleistungsinnovation durch Digitalisierung gezielt auszubauen. Es sollen Vorhaben gefördert werden, die die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen, um die Entwicklung, Erbringung und den Vertrieb von Dienstleistung nachhaltig zu verändern und zu verbessern. Im Rahmen der hier vorgestellten Fördermaßnahme sollen Unternehmen dabei unterstützt werden, Dienstleistung effizient zu erstellen, ihren Entwicklungsprozess zu optimieren, Dienstleistungserbringungsprozesse zu modularisieren und zu standardisieren oder die Skalierung des Leistungsangebotes zu ermöglichen.

Einreicher von Skizzen sollen zukünftige Herausforderungen mit hoher gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Relevanz identifizieren und hierfür innovative, dienstleistungsorientierte Lösungen anbieten. Durch entsprechende Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sollen Lösungen erarbeitet werden, die in realen Situationen in der Wirtschaft erprobt und auf ihre Bedeutsamkeit und Eignung in der unternehmerischen Anwendung geprüft werden. Die Ergebnisse sollen sichtbar und nachhaltig in die wirtschaftliche Anwendung überführt werden. Weitere Ziele sind die Stärkung der Wertschöpfungsprozesse durch digital gestützte Dienstleistung und der Ausbau strategischer Partnerschaften zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in Deutschland."

In der Bekanntmachung werden drei Handlungsfelder genannt:

  • Prozessinnovation durch Digitalisierung;
  • Vernetzung der Dienstleistung und Integration ins Internet;
  • Engineering von Dienstleistungssystemen.

Neben den Handlungsfeldern können Skizzen zu einem wissenschaftlichen Begleitvorhaben eingereicht werden.

 

Verfahren

Die Auswahl der Skizzen ist erfolgt. Der Beginn der geförderten Verbundprojekte ist für den Herbst 2015 geplant.

 

3)            Gesundheits- und Dienstleistungsregionen von morgen

Hintergrund

Unsere Gesellschaft unterliegt einem tiefgreifenden Wandel: Herausforderungen wie die demografische Entwicklung, der technologische Fortschritt, die Zunahme des internationalen Wettbewerbs oder der Klimawandel werden in den kommenden Jahrzehnten Deutschland nachhaltig verändern. Diese Entwicklungen werden sich auf viele Bereiche des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens auswirken; insbesondere aber auch auf das Gesundheitswesen und die damit verbundenen Dienstleistungen. Damit auch weiterhin eine hochwertige Gesundheitsversorgung gewährleistet bleibt, sind große Forschungsanstrengungen notwendig, die Lösungen für die sich ändernde Gesellschaft entwickeln.

 

Stand / Verfahren

In der abschließenden Auswahlsitzung wurden aus dem Bereich der Dienstleistungsforschung vier regionale Netzwerke ausgewählt, die nun eine finanzielle Förderung von bis zu vier Jahren erhalten (siehe Pressemitteilung des BMBF).

 

Die vier Regionen:

FISnet wird erforschen, wie die aktive gesellschaftliche Teilhabe am Ende des Erwerbslebens bis ins hohe Alter für möglichst viele Menschen gestaltet werden kann. Ziel ist es, präventive betriebliche und regionale Gesundheitsdienstleistungen besser an die unterschiedlichen Bedürfnisse und Ansprüche älterer Menschen anzupassen. Hierzu entwickelt und erprobt die Region in Augsburg/Schwaben modellhaft kooperative Dienstleistungsnetzwerke der betrieblichen Gesundheitsförderung.

Chemnitz+ wird dazu beitragen, dass ältere Menschen trotz körperlicher Einschränkungen in der vertrauten häuslichen Umgebung bleiben können und so weiter selbstständig und -bestimmt leben. Erreicht werden soll dies durch ein integratives Dienstleistungskonzept, in dessen Zentrum die Wohnung und das Quartier stehen. Diese werden durch die Vernetzung der Akteure innerhalb der Region und deren intelligente Anbindung an den Lebensraum zum Gesundheitsstandort weiterentwickelt.

Das Präventionsnetzwerk Ortenau möchte ein Netzwerk aufbauen, das sowohl seelische als auch körperliche Gesundheit und die soziale Teilhabe von möglichst allen Kindern und deren Familien fördert. Leitbild ist die Inklusion. Dieses Netzwerk soll die Akteure und Entscheidungsträger der Bildungs-, Jugendhilfe- und Gesundheitsinstitutionen systematisch miteinander verknüpfen.

Das Quartiersnetz Ruhrgebiet fokussiert die soziale Teilhabe bis ans Lebensende. Ältere Menschen sollen befähigt werden, sich über Quartiersnetzwerke eine zukunftsfähige Versorgungs- und Dienstleistungsstruktur für ein selbstbestimmtes Leben zu schaffen. Hierfür werden reale und digitale Quartiersnetze, geeignete Kommunikationsmedien sowie ein Schulungs- und Beratungskonzept entwickelt. Diese Quartiersnetzwerke sollen Menschen ermöglichen, in allen Phasen ihres Älterwerdens am gesellschaftlichen Leben aktiv teilzuhaben und dieses selbst zu gestalten.

 

Begleitvorgaben:

"INDiGeR" ist das wissenschaftliche Begleitvorhaben. Es unterstützt die "Gesundheits- und Dienstleistungsregionen von morgen" vor allem im Bereich des Ergebnistransfers von vorbildlichen Lösungen aus den vier Regionen und fördert deren Verstetigung. Ein Beirat der Begleitforschung, der sich aus Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammensetzt, erschließt weitere Vernetzungspotenziale. Weitere Informationen finden sich auf der Webseite der wissenschaftlichen Begleitforschung.

Die folgende Broschüre kann über INDiGeR bezogen werden:

Ganz, Walter; Schletz, Alexander; Tombeil, Anne-Sophie
Gesundheit erlebbar machen. Vor Ort. Im Netz. Die GeDiReMo Gewinnerregionen und die INDiGeR Begleitforschung stellen sich vor., Stuttgart, Fraunhofer IRB, 2015

 

1)            Dienstleistungsinnovationen für Elektromobilität


Hintergrund

Bei der von der Bundesregierung eingeleiteten Energiewende stellen der Ausbau und die langfristige Sicherstellung einer energieeffizienten Mobilität eine der wesentlichen aktuellen Herausforderungen dar. Die Elektromobilität kann dazu einen wesentlichen Beitrag leisten, wenn sie ein technologisch überzeugendes und auf die Benutzerbedürfnisse optimal ausgerichtetes Angebot auf der Basis von integrativen Gesamtlösungen bietet. Hierzu ist eine systematische Verknüpfung von technologischem Fortschritt und Dienstleistungsinnovationen erforderlich. Es gilt, die Elektromobilität "durch die Brille" der Dienstleistungsforschung zu betrachten und ihr so, mithilfe aller Werkzeuge die die Dienstleistungsforschung zur Verfügung stellt, zum Durchbruch zu verhelfen.


Ziel

Aus diesem Grund hat das BMBF mit Datum vom 31. August 2012 die Bekanntmachung "Dienstleistungsinnovationen für Elektromobilität" veröffentlicht. Gefördert werden Verbundprojekte, mit denen anwendungsbezogene Lösungen der Dienstleistungsentwicklung und -anwendung für die Elektromobilität erarbeitet werden. Die eingereichten Skizzen bezogen sich auf nachfolgend beschriebene Themenfelder:

  1. Analyse, Ergänzung und Vernetzung existierender Dienstleistungen, orientiert am Produktlebenszyklus
  2. Anpassung bestehender Dienstleistungssysteme an die Elektromobilität
  3. Entwicklung und Management von Wertschöpfungssystemen mit Dienstleistungen
  4. Betreiberkonzepte als innovative Geschäftsmodelle
  5. Modularisierung und Standardisierung.


Stand/Verfahren

Im Herbst 2013 nahm das wissenschaftliche Begleitvorhaben "DELFIN" seine Arbeit auf. Es begleitet den Förderschwerpunkt unter wissenschaftlichen Aspekten und sorgt zudem auch dafür, dass die Ergebnisse dem Fachpublikum zur Verfügung stehen werden. Es werden insgesamt 15 Verbundprojekte gefördert. Damit wird ein deutlicher Akzent durch die Forschung für Dienstleistung im Bereich der Elektromobilität geleistet. Zugang zu den Projekten erhalten Sie über die Webseite des wissenschaftlichen Begleitvorhabens DELFIN.

 

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