3. Verdi - Tagung zur Interaktionsarbeit – eine Nachlese

Am 14. September veranstaltete die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ihre 3. Tagung zum Thema „Arbeiten mit Menschen – Interaktionsarbeit humanisieren“. Gegenüber den ersten beiden Tagungen konnte man schon deutliche Fortschritte in der Bearbeitung des Themas und in der Diffusion in die betriebliche Realität beobachten.

Der Schwerpunkt der Darstellungen lag auf den Arbeiten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz zu Belastung und Beanspruchung bei Emotionsarbeit und möglichen Interventionsansätzen. Dabei wurde aber auch deutlich, dass die konzeptuelle Einbindung von Kooperations-, Emotions- und Gefühlsarbeit in das übergreifende Konzept der Interaktionsarbeit noch weiter ausgearbeitet werden muss. Vielleicht dient es der Begriffsklarheit in dem Konzept, wenn man hier nicht den Begriff der „Arbeit“ sondern der Regulation der Kooperation, der Emotionen und Gefühle verwendet. Damit kann dann viel stärker deutlich gemacht werden, dass es sich um Teilelement der Interaktionsarbeit handelt. Damit könnte auch eine bessere Verschränkung der Regulationsansätze angegangen werden.

Der Projektträger Karlsruhe gab einen Überblick über die Herkunft der Skizzen zur Bekanntmachung „Zukunft der Arbeit: Arbeiten an und mit Menschen“. Verwirrend dabei war allerdings, dass er zunächst die Interaktionen in der Produktion darstellte und dann erst auf die Interaktionsarbeit in den Dienstleistungen darstellte. Die Kompetenz des PTKA hinsichtlich Dienstleistungen und Dienstleistungsarbeit ist hier sicher entwicklungsfähig.

Professor Bruder vom Institut für Arbeitswissenschaft gab im letzten Teil der Veranstaltung einen Überblick über die Vernetzung zwischen Arbeitswissenschaft und Dienstleistungsarbeit. Bruder, der auf der Frühjahrstagung der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft 2018 gemeinsam mit Verdi die Session „Interaktionsarbeit“ leitete, stellte einen langdauernden Stillstand der Vernetzung fest, der erst langsam überwunden wird.

Einen wichtigen Akzent setzten die ausstellenden Projekte. Dabei wurde auch das Memorandum „Arbeit und Technik 4.0 in der Professionellen Pflege“ dargestellt. Dieses Memorandum stellt eine gemeinsame Positionierung zur nachhaltigen und zukunftsfähigen Gestaltung und Implementierung von technischen Innovationen im Arbeitsbereich von Pflegekräften dar. Das Memorandum findet sich unter http://www.memorandum-pflegearbeit-und-technik.de/.

Verdi wird die Gestaltung der Interaktionsarbeit weiterverfolgen. Die nächste Tagung ist für September 2020 geplant, da der Gewerkschaftstag im September 2019 keine Tagung ermöglicht. Dafür setzt sich Ver.di dafür ein, dass 2019 unter der Herausgeberschaft von Professor Bruder ein Schwerpunktheft der Zeitschrift für Arbeitswissenschaft zum Thema „Interaktionsarbeit“ erscheinen soll. Dieses Heft soll auch eine Erinnerung an das erste Schwerpunktheft zur Interaktionsarbeit von 1999 erinnern, dass der zu früh verstorbene Professor Büssing aus München herausgegeben hatte.

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